Buchrezension: Die K-Frage

Veröffentlicht von Rosi Würtz am

Als ich das Buch „Die K-Frage: Was es heute bedeutet, (k)ein Kind zu wollen“ (Johanna Dürrholz, Dudenverlag) anfange zu lesen, frage ich mich, warum ich es ausgerechnet für BackStagePHYSIO.de rezensieren möchte. Ist die K-Frage vielleicht in meinem Kopf biologischer und physischer verankert, als ich mir im Moment bewusst bin? Eigentlich kommt dieses Buch für mich als Anfang-Vierzigerin rund 10 Jahre zu spät, so mein erster verzweifelter Gedankengang. Soll ich es überhaupt weiterlesen oder wird mich die Lektüre frustrieren?

Ist die K-Frage Soziologie pur?

Das Buch von Autorin Johanne Dürrholz lässt auch Soziolog:innen zu Wort kommen, die die K-Frage mit gesellschaftstheoretischen Beobachtungsbrillen zu beantworten versuchen. Die Antworten beruhigen mich. Vielleicht weil ich selbst diesem Berufsstand angehöre und mir schon Bekanntes erneut lese und es einfach nur vergessen hatte: Klaro, wir Menschen sind ja nicht nur biologische Wesen, sondern eben auch kulturell geprägt. Wie konnte ich es nur verdrängen?!

Im Nachbarhaus kommen mal wieder die Enkelkinder zu Besuch und die K-Frage droht mir schon wieder den Tag zu versauen. Nein, dieses Mal nicht, denn die Soziologie hält hilfreiche Abwehrschilder bereit, die mich vor negativen Gedanken bewahren. Ein Hoch auf soziologische Hilfsmedizin, die zumindest für den Moment gegen gesellschaftliche Wunschvorstellungen immun macht!

Mich beschäftigt die K-Frage mal bewusster und mal mehr im Untergrund. Ausgegraben wird sie explosionsartig in Nebensätzen, die unerwartet auf mich zurasen und auf die ich oft gereizt reagiere. Ich habe als noch keine für mich passende Antwort auf die K-Frage parat. Zum Glück hilft mir die Lektüre des gleich lautenden Buches.


Rosi Würtz

Ich bin seit 2014 Physiotherapeutin und wohne am Fuß des Siebengebirges in der Nähe von Bonn. Ohne Bewegung geht bei mir gar nichts! Meine Ausbildung habe ich in Bornheim absolviert und betreibe seit Ausbildungsbeginn diese Webseite. Außerdem bewegen mich medien- und sportsoziologische Themen. Von Kopf bis Fuß in Bewegung!